Das Schweigen des Herrn Pofalla – Pappnase des Monats Juli 2013

Ich entwickele ja ein ziemliches Unverständnis für die unterschiedliche Behandlung von Menschen in unserem Rechtsstaat. So viele Fragen – und so wenig Antworten!

Jüngst mal wieder ein Beispiel dafür, das ein Mensch mit einer gewissen Position sich elendig lange Zeit lassen darf, Antworten zu liefern. Der Herr Pofalla zum Beispiel, muss er sich möglicherweise die Antworten erst ausdenken, bevor er sie gibt? Sich womöglich beratschlagen, was er zum Besten geben darf und was nicht? Was ist so schwierig daran, auf konkrete Ereignisse, spontan und konkret zu antworten? Wenn man ehrlich ist und nichts zu verbergen hat?

Spontan fällt mir da der Vergleich ein, wie beispielsweise Hartz4 Empfängern zugesetzt wird, sollte sich auch nur ein lauer Verdacht von „Überzahlung“ oder gar unrechtmäßiger Zahlung ergeben. Welch oh böse formulierten Briefe flattern dann ins Haus – und Zeit zum Antworten hat man dann, nun ja 2 Tage bis 1 Woche höchstens. Bei nicht Erscheinen oder fehlenden Antworten und Belegen wird dem kleinen Mann der Garaus gemacht. Und da sind wir beim zweiten Thema: Konsequenzen. Für die meisten von uns hat Fehlverhalten in der Regel Konsequenzen, Sanktionen und unmittelbare Strafe zur Folge. Aber was wundere ich mich, seit Guttenberg und Wulff ist es ja bekannt, dass solche Typen in Watte verpackt, mit Auto ausgestattet, eigenem Büro und/oder lebenslangem „Unterhalt“ versehen werden. Zur Belohnung. Manche sind eben gleicher als andere. Für manche wird Gesetz verbogen, ein Schutzmäntelchen übergezogen und von Frau Merkel mit einem „Ei“ übers Köpfchen gestrichen.

merkel_profalla

Seit Wochen keine Äußerung

Pofalla hat sich seit Anfang Juni nicht ein Mal zu den Berichten über massenhafte Ausspähung deutscher Bürger durch die US-amerikanischen Geheimdienste geäußert. Dabei ist Pofalla als Chef des Bundeskanzleramtes für die Geheimdienste zuständig, regelmäßig trifft er sich mit den Leitern von Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst (BND) und Militärischem Abschirmdienst. Er koordiniert die drei Geheimdienste, deren Berichte laufen über seinen Tisch.
In diesen Wochen, in denen die Öffentlichkeit fassungslos auf immer neue Details blickt, in denen die Menschen versuchen, das Ausmaß der Bespitzelung zu verstehen, in denen immer noch unklar ist, in welchem Umfang deutsche Bürger ausgespäht wurden und ob dabei Grundrechte verletzt wurden, müsste er eigentlich die Schlüsselfigur der Aufklärung sein. Doch Pofalla schweigt, seit fast sieben Wochen.

Und sollen wir jetzt schon mal raten, was Herr Popofalla, wenn er dann sprechen will und darf, äußern wird? Ich hole meine Glaskugel heraus und prophezeie 2 Varianten:

Variante 1, die totale Unschuld vom Lande:
Er habe von nichts gewußt, ist sich keiner Schuld bewußt, und nach langen Untersuchungen kam nun heraus, dass Deutschland keinen Gebrauch gemacht von solcher Software/Wissen/Methoden , noch irgendwer irgendetwas davon wußte.

Variante 2, Angriff ist die Beste Verteidigung: Jemand gaaanz anderes ist Schuld, der böse große Bruder oder ein autark handelnder Verein, der ihm nicht untersteht. Und diese Bösen gilt es jetzt zur Veranwortung zu ziehen.

Als in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass die Bundeswehr in Afghanistan mit einer Datenbank namens PRISM arbeite, sagte Friedrich, dies sei bloß eine Namensgleichheit. Mit dem US-amerikanischen Ausspähprogramm habe dies nichts zu tun. Er sei als Innenminister zwar für „fast alles“ zuständig, aber nicht für die Bundeswehr. In der vergangenen Woche dann erfand Friedrich das „Supergrundrecht Sicherheit“. Und immer wieder beteuern Friedrich und Merkel, auf deutschem Boden gelte deutsches Recht. Als wären Daten im Netz lokal begrenzt.

………………..

In jedem Falle wird er Schaden von der Kanzlerin fernhalten….wetten?

 Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/wo-ist-pofalla100.html
Foto: http://p4.focus.de/img/gen/Z/X/HBZXfWvg_Pxgen_cr_308x171,1120x629+245+122.jpg
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