Ich verlange nicht

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Ich verlange nicht

dass ihr meine Peiniger hasst

verlange nicht

dass ihr den Kontakt zu ihnen brecht

oder sie nicht mehr seht

 

Aber dass ihr nicht die Augen verschließt

vor der Realität und dass ihr bereit seid

zuzuhören, was geschah

ein Mitgefühl für meine Erlebensweise

einen Blick auf meine Sicht der Dinge

das wünsche ich mir

schon so lange

 

Ihr macht es nicht ungeschehen

indem ihr ignoriert

fügt nur neue Wunden hinzu

denn Ignoranz schmerzt marktief

wenn ihr sagt, „darüber kann man mit dir nicht reden“

oder ihr wollt es nicht hören

und wendet euch ab

um weiter euer Scheinbild aufrecht zu erhalten

von denen, die ihr mögt

nur was ist

mit mir

 

 

Alle die Liebe und Pflege und Zuneigung und Sorge

All das Kümmern, das da-sein für euch

Hat nach all der Zeit keinen Wert mehr für euch?

Loyalität ist wie das hinter-jemandem-Stehen

Fremdwort und wird gerechtfertigt

mit Floskeln wie „mir haben sie nichts getan“

und bei allem Verständnis

für Stühle zwischen denen ihr vielleicht sitzt

ist es doch Feigheit, ins Gesicht zu sagen

was ihr wirklich denkt

 

Und dann Wundern

Über den Rückzug

Über die Veränderung

die ich vollziehe

Darüber, dass Verzeihen unendlich schwer fällt

wenn doch nur ständig

neue Verletzungen hinzukommen

wenn der Blick sich senkt

und Dämonen sich erheben

 

Ich verlange nicht

aber ich darf wünschen

dass auch ihr einseht

dass die Schritte zu auf ein „Wir“

Nicht nur von mir kommen mögen

sondern der, der schlägt,

sollte auch der sein

der die Hand wieder reicht.

 

© 2014

 

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