vergessenes_wortdemut

Das vergessene Wort der Woche:  5. Demut

Demut hat viel mit Loslassen können zu tun.

Der Begriff Demut geht auf das althochdeutsche diomuoti = dienstmutig zurück. Darin sind die Wörter dienen und Mut enthalten. Die tiefere Bedeutung des Dienens kommt im litauischen Verb teketi = laufen, fließen, rinnen und im altindischen takti = eilt zum Ausdruck. Teketi und takti gehen auf dieselbe indogermanische Wurzel wie dienen zurück. Rinnen und fließen: Das sind Tätigkeiten des Wassers. Wasser beharrt nicht auf einer bestimmten Form. Ohne zu zögern fließt es in die Form, die seinem Dasein jeweils zukommt. Das Jeweils bezeichnet dabei stets die absolute Gegenwart. Wasser nimmt keine Form ein, um damit eigenwillig Zukunft zu bestimmen. Es gibt sich der jeweiligen Gegenwart hin; und erfüllt die Rolle, die es darin hat.

Demütig sein, bedeutet nicht, ein kriechender Wurm zu sein, der sich nicht wehrt und alles hinnimt. Es bedeutet im positiven Sinne zu dienen, einsatzfreudig zu sein und sich, wie das Wasser, der Gegenwart hinzugeben und vorwärts zu fliessen, und seine Kraft mit dem natürlichen Strom einzusetzen – nicht gegen ihn zu arbeiten.

Gaia – Mutter Erde – kann uns Demut lehren. Seelenvolle Demut ist Kraft und Ehrerbietung und Verständnis. Und Respekt. Diese Art von DEMUT fehlt vielen von uns.

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