Das vergessene Wort: RESPEKT

Das vergessee Wort Respekt

Das vergessene Wort: Respekt

Das vergessee Wort Respekt

11. Respekt

Wenn ihr mich fragt, würde die Welt um Einiges besser funktionieren, wenn Menschen sich untereinander den gebührenden Respekt zollen würden. RESPEKT ist nämlich nicht nur dieses ehrfurchtsvoll hingehauchte Wort, das man sagt, wenn man staunend vor der Leistung eines anderen Menschen steht und bewundert, was man sich selbst niemals trauen oder zutrauen würde. Respekt ist etwas Einzigartiges, Wichtiges, daher gibt es auch keinen Plural dieses Wortes.(-;

Respekt ist Achtung oder Wertschätzung für den Anderen, ich muss nicht konkurrieren oder kämpfen wenn ich jemand anderen respektiere. Ich kann ihn so lassen wie er ist und nach ihm sehen, eventuell sogar zu ihm aufschauen.

Woher kommt nun das Wort Respekt? Es kommt aus dem Lateinischen, abgleitet von dem Verb „respectare“ und es bedeutet zurückblicken, -schauen, hinsehen, sich um sehen, berück-sicht-igen. Ein anderes ähnliches Verbum ist „respicere“ = Rücksicht nehmen.

Wenn ich dich also ansehe, mich umsehe, dann berücksichtige ich dich, ich schaue hin und nicht weg. Falls wir gemeinsam unterwegs sind, laufe ich vielleicht vor, bin schneller als du, bemerke es, schaue zurück – sehe dich, und bleibe stehen und warte. Warte, weil ich dich berücksichtige und sehe, dass wir nicht alle gleich sind oder nicht alle das gleiche können. Aber ich re-spektiere dich, und deshalb kann ich warten, ohne hetzen oder mich in den Vordergrund zu stellen. Auch das ist eine fast vergessene Seite des Respektes.

Respekt kann man nicht kaufen, den muss man sich verdienen“

Heute wird Respekt sprachlich mehr in Sinne von Achtung, Ehrfrucht, Wertschätzung eingesetzt. Eine Respektperson – ist jemand den man achtet, der etwas zu sagen hat, der ein Vorbild ist und dessen Wort etwas zählt.

Im Französischen gibt es noch heute: frz. réspect „Hochachtung, Ehrfurcht“.

Eine respektvolle Haltung schließt aber bedenkenloses und egoistisches Verhalten aus.

„Der Mensch muss die eigene Würde der Geschöpfe und ihrer Rhythmen respektieren; er darf nicht beliebig schalten und walten.“ (Katholischer Erwachsenen-Katechismus Bd. I (1985), S. 99)

K. Furcht schreibt dazu:

„Wir Menschen als soziale Wesen wollen wahrgenommen, respektiert und angenommen sein. Nur so fühlen wir uns sicher. Daher stellt Respekt eine Art Grundbedürfnis dar, welches allen Menschen eigen ist. Wo es an Respekt und Anerkennung mangelt, erscheint die Welt grau, kalt und leer und jeder scheint ein Leben für sich selbst zu führen, immer bedacht, besser zu sein als die anderen. In der heutigen Leistungsgesellschaft scheint in vielen Bereichen solch eine „Knappheit von Respekt“ (Sennett 2004, 15) zu herrschen, die dazu führt, dass Konflikte durch Gewalt ausgetragen werden, dass Menschen ihre Träume nicht verwirklichen können oder dass Kinder in der Schule versagen. Gerade hier, in diesem engen sozialen Gefüge, ist dieses Phänomen besonders zu spüren. „

„Eine Voraussetzung für den Frieden ist der Respekt vor dem Anderssein und vor der Vielfältigkeit des Lebens.“ Dalai Lama

Auch eine juristische Komponente finden wir im wichtigen Aspekt des RESPEKTES, den des RECHTES. Wenn wir Menschen respektieren, gestehen wir ihnen Rechte zu, so sind u.a. als Rechte sowohl elementare Rechte wie Menschenrechte, Freiheitsrechte bis hin zu Mitbestimmungsrechten eingefasst. Honneth (1992, 186) geht von einer Dreiteilung von Rechten aus. Respektiere ich nicht mein Gegenüber, gestehe ich ihm vielleicht auch kein RECHT zu. Der Schritt von Respektlosigkeit hin zu Diskriminierung und Gewalt in irgendeiner Form ist meiner Meinung nach eine Gradwanderung.

Wir tun gut daran, Respekt walten zu lassen.

 

Und was ist mit Respektlosigkeit? Wohin kann sie führen?

Ich will dies nicht zu weit ausführen, aber denkt man darüber nach, kommt man zu dem Schluß, dass Respektlosigkeit auch zu Misshandlung und Vergewaltigung führen können.

Auch die Anhänger jeder Religion hätten vermutlich nicht oder weniger getötet, wenn sie fähig gewesen wären, Respekt gegenüber Andersgläubigen zu empfinden.

Abschlußzitate

Respektiere deine Einzigartigkeit und höre auf, dich zu vergleichen. Entspanne dich in deinem Sein.“ Osho

„Respekt zu bezeugen ist heutzutage fast ebenso schwer, wie Respekt zu verdienen.“ Joseph Joubert

„Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert.“ Nelson Mandela

In diesem Sinne – passt auf euch auf! Und auf alle anderen auch.

Eure Phyro

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Das vergessene Wort: Kinderstube

Kinderstube, Das vergessene Wort

27.Woche – Das vergessene Wort

10. Kinderstube

Ich hoffe, wir alle hatten sie: eine gute Kinderstube! Wenn ich mich heute so umsehe, muss ich leider feststellen, viele Kids von heute haben, zumindest nach meiner Erziehung und meinen Benimmregeln, keine mehr. Wie auch, wenn deren Eltern weder die Tageszeiten kennen noch nennen möchten (sprich grüßen), Tür aufhalten ein No-Go, und alten Damen die Einkaufstasche hoch tragen eine veraltete Rarität geworden ist. Roller und Fahrräder schmeißt man natürlich mitten in den Hausflur oder besser noch: direkt vor die Haustüre. Dies soll heute kein Abhandlung über Erziehung und das weite Feld des Vorlebens und der Bildung für unsere jungen Sprösslinge sein. Aber ein wichtiger Hinweis, auf etwas das fehlt und das anscheinend ersatzlos gestrichen wurde.

Kinderstube, Das vergessene Wort

 

Kinder-STUBE? Wo kommt das Wort eigentlich her? Kinder = kleine, junge Menschen – Stube = Zimmer. Stube bezeichnet etymologisch einen warmen Wohnraum (das Wort ist verwandt mit engl. stove ‚Ofen‘). […] Insbesondere im Winter war die Stube oft das einzige beheizbare Zimmer und somit der Hauptaufenthaltsort der Bewohner und Familien. Je nach Umständen konnte die Stube ein eigenständiges Wohnzimmer, eine Wohnküche oder eine Küche sein. In einem traditionellen Bauernhaus diente sie neben der Repräsentation – hier wurden wertvolle Besitztümer, etwa Bücher, ausgestellt und man empfing hier Besucher – auch als Arbeitsraum. Weil es nur in der Stube warm war, wurden auch Kranke hier untergebracht und in besonders kalten Winternächten manchmal auch die Hühner. Althochdeutsch hieß es im 9.Jh.  „stuba“ und dies war ein ‘beheizbarer Raum‘

Stube bedeutet also: ein warmes Heim, ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit, etwas wo man Gesundheit, Wissen, leibliches Wohl und soziales Miteinander pflegt. Gibt es das heute noch in jeder Familie? Wo lernen unsere Kinder heute Manieren und Benehmen? Im Kindergarten? In der Schule? Zu Hause? Von ihren Eltern?

Unser Duden sagt zu Kinderstube:

„….im Elternhaus genossene Erziehung, die sich besonders in jemandes Benehmen und Umgangsformen erkennen lässt“

 

Keine gute Kinderstube haben, meint also ungehobelt oder unhöflich zu sein, ein schlechtes Benehmen zu haben bzw. die Umgangsformen lassen zu wünschen übrig.

„Wenn der Regen niederbraust, wenn der Sturm das Feld durchsaust, bleiben Mädchen oder Buben hübsch daheim in ihren Stuben.“

  • Die gute Kinderstube: die Bedingungen, unter denen jemand im Elternhaus erzogen wird, bzw. die guten Umgangsformen, die daraus resultieren

Die englische Wikipedia liefert noch einen interessanten Verweis: Es gab teilweise getrennte Schlaf- und Aufenthaltszimmer für Kinder, und im „Aufenthaltszimmer“ wurde tagsüber gespielt, gegessen und vermutlich auch gelernt/erzogen. Da dieses wohl beheizt war, wäre für die deutsche Sprache – falls es hier auch so war – die „Kinderstube“ als analoges Wort zu Stube für beheizten Aufenthaltsraum anzunehmen und die Gleichsetzung Kinderstube = Erziehung mithin nachvollziehbar, da dies nur in entsprechenden Kreisen anzunehmen ist.

In manchen Bundesländern und auch von vielen Groß- und Urgroßeltern kennt man vielleicht noch den einladenden Satz: herein in die gute Stube. Logisch – wenn ich mich in einen Raum bewege, in dem alle Haus- und Familienbewohner sich aufhalten, sich wärmen, sich unterhalten usw – was tue ich dann? Ich nehme Rücksicht, ich schaue vielleicht dass alle sich wohl fühlen können, ich „integriere“ mich in die Gemeinschaft und in diesem warmen heimeligen Raum. Ich polter nicht herein, schreie  nicht herum, dränge mich nicht in den Vordergrund und kicke womöglich noch den Opa vom Sofa, oder? Naja, hm…. Wenn ich es mir genau überlege, doch genau so erlebe ich es eigentlich oft….

„Es gibt drei Methoden, Kinder zu erziehen:
1. Durch Beispiel.
2. Durch Beispiel.
3. Durch Beispiel.“

Tztztz. *Kopfschüttel* – Wo haben die alle nur ihre gute Kinderstube?

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Das vergessene Wort: HERZENSBILDUNG

Herzensbildung Bild

9. Herzensbildung (19./20.Woche 2015)

Die Bildung des Herzens, die „Herzensbildung“ ist vielleicht das Menschlichste an uns, das was uns menschlich sein lässt. Das Prinzip Hoffnung und das Verzeihen, beides unmöglich ohne Herzensbildung. Eine Ausbildung des Herzens geschieht während des Lebens, auch wenn sie manche vielleicht schon von der Wiege an im Herzen tragen. Zum ersten Mal – und noch viele Male danach-  hörte ich das Wort Herzensbildung von meiner Urgroßmutter: „Dieser Mensch hat keine #Herzensbildung!“, und ich hatte das Gefühl, ohne zu wissen was Herzensbildung bedeutet, dass die Seele dieses Menschen irgendwie verloren war und er ein ungeheurer Schuft sein musste.

„Herzensbildung – das ist ein Wort aus der deutschen Klassik. Friedrich Schiller sprach oft davon, Wilhelm von Humboldt bevorzugte den Ausdruck „Bildung des Gemüths“. Das Herz galt als Sitz von Gefühl und Gemüt, und noch heute benutzen wir Ausdrücke und Zeichen, die sich dieser Topographie verschreiben: Wer liebt, verschenkt Ringe oder Schokolade in Herzform; wer Liebeskummer hat, dem wurde das Herz gebrochen, und es schmerzt ihn am und im Herzen. Wer glücklich ist, dem weitet sich das Herz, und wer trauert, dem krampft es sich zusammen.“

Ästhetik, Kunst, Musik – manche Dinge fördern und fordern unser Herz schon in der Kindheit und bilden es aus – ohne dass Worte dazu nötig sind. Wenn einem Kind dies fehlt, oder vorenthalten wird – kann es dann seine Herzensbildung ausprägen? Ich persönlich vermute z.B. dass ein Wirtschaftsunternehmen sehr erfolgreich führen und Herzensbildung haben sich gegenseitig ausschließen. Und Menschen mit viel Herzensbildung – wie sind sie groß geworden? Nachgefragt hört man immer wieder: sie haben Märchen vorgelesen bekommen, sie haben gemalt und gebastelt, sie haben viel Musik hören können, sie haben mehr akustische als visuelle Eindrücke verarbeiten dürfen. Sie haben selbst  früh Entscheidungen treffen und ausbaden müssen. Sie haben Leid durchlebt und sind daran gewachsen. Sie haben frühzeitig anderen Wesen helfen und unterstützen können. Das Herz wurde ausgebildet….Stück um Stück.

Herzensbildung Bild

Was ist “Herzensbildung”?

Bei unserer “Herzensbildung” geht es um Persönlichkeitsentwicklung, und zwar im Hinblick auf mitmenschliche Qualitäten. Herzensbildung heißt Einfühlungsvermögen, sich selber gut zu kennen, andere zu respektieren, mitleiden zu können. Ein soziales Wesen zu werden. Sie ist die unverzichtbare Ergänzung zur reinen Wissensvermittlung!

Der Duden definiert sie uns als: „…durch Erziehung erworbener Besitz einer reichen und differenzierten Gefühls- und Empfindungsfähigkeit“.

Ob das „durch Erziehung“ allein so ausschlaggebend ist, ist fraglich, aber es kann umgemein helfen. Fehlt die gütige Erziehung und entsprechende LERN-Umgebung im positiven Sinne – fehlt dann nicht auch die Herzensbildung?

 

Herzensbildung ist nicht über den üblichen Bildungsweg zu erreichen, sondern sie macht vielmehr einen guten Menschen aus, niedrige Beweggründe sind ihm fremd, sein Geist ist rein und frei von Vorurteilen. Tiefes Mitgefühl für Mensch und Tier macht diesen Menschen aus. Ein eher vergeistigter Mensch. Ein gutes Herz haben….

Alles Böse liegt dir fern,
dein gutes Herz verzeiht so gern„.

Jemand sagt mal: „Herzensbildung ist in unser heutigen, oft kaltherzigen und ich-bezogenen Zeit eine „Perle“ unter den vielen angebotenen Bildungswegen = eine Ausbildung der Gefühle und des Verständnisses für die Gefühle anderer.
Einfühlungsvermögen. Mitgefühl. Toleranz. Umgangsformen und – Umgangston. Liebe – zu allem, was lebt!“

Und zum Schluß, dass klassische Zitat dazu:
„Man sieht nur mit dem Herzen gut“ (Antoine de Saint-Exupéry, aus „Der kleine Prinz“.

 

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Das vergessene Wort: Anstand

7. Anstand (12./13. Woche)

Anstand oder Anständigkeit kommt von „anstehen, zaudern, zögern, innehalten“ (wer mit der Jagd vertraut ist, wird diesen Begriff auch kennen). Anstand oder Anständigkeit bedingt immer ein Gegenüber. Es ist eine Grundbedingung des Miteinanderlebens und Miteinanderumgehens. Wenn uns jemand sagt „wahre den Anstand“ bedeutet das „verletzte niemanden“. Es ist eine Aufforderung, den anderen  rücksichtsvoll, korrekt und mit Takt zu behandeln.

Vielfach höre ich, Anstand sei ja antiquiert und nicht mehr zeitgemäß. Hmmm. Ich fürchte, das ist leider wirklich so. Auch die 10 Gebote sind mehr oder weniger „Anstandregeln“. Ein Gefühl von Anständigkeit setzt voraus, dass ich über meinen eigenen Tellerand und mein eigenes Fühlen hinausblicke, dass ich empathisch bin und darauf achte, wie geht es dem anderen, was ist angemessen zu tun oder zu lassen. Jemanden anständig zu behandeln, setzt voraus, dass ich vorher innehalte und zaudere und mir die Zeit nehme, einzuschätzen was denn überhaupt anständig ist, dass ich vielleicht grundsätzlich überlege, ob es Werte gibt, die wichtig sind, nach denen ich mich zu richten bereit bin. Feingefühl und „gute Kinderstube“ haben sicher viel damit zu tun, ob ich mich mit Anstand benehme.

„Der Mensch darf niemals aufhören, Mensch zu sein. In aller Tätigkeit darfst du nie unpersönliche Energie, Ausführungsorgan irgend einer Sache, Beauftragter der Gesellschaft sein, sondern du mußt dich in allem mit deiner persönlichen Sittlichkeit auseinandersetzen, so unbequem, so verwirrend es für dich ist, und versuchen, in allem, was du tun mußt, nach der Menschlichkeit zu verfahren und die Verantwortung für das Los, das du einem andern Menschen bereitest, zu tragen.“

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Das vergessene Wort: Mäßigung

Mäßigung (10./11.Woche)

Das Wort Mäßigung (lat. Temperantia) ist in unserer heutigen Zeit nicht nur vergessen sondern geradezu unbeliebt. Hat es doch etwas mit Selbstbeherrschung und Maß halten zu tun. Muss es immer die sofortige und totale Befriedigung eines Bedürfnisses sein? Müssen wir immer zu alles und möglichst schnell haben, am besten in unbegrenzter Menge?  Brauchen wir stetes Wachstum und Wohlstand in monoton steigender Kurve,  wie es uns die Politik vermitteln will? Nein, brauchen wir nicht. Es kann und darf nicht immer nur alles im Überfluß geben, und wer das Leben achtet und verstanden hat, der weiß auch, dass es in Amplituden verläuft, dass einem Sommer ein Winter folgen wird – immerzu Frühling ist Kappes.

Wie schon Hildegard von Bingen sagte: Mäßigung ist die Mutter aller Tugenden. Die Mäßigung liegt zwischen Begierde und Vernunft und Einsicht. Sie ist eine Kostbarkeit im menschlichen Miteinander und in Hinsicht auf unseren Planeten. Wenn ich gewillt bin, mich zu mäßigen, mich zurückzunehmen, dann erlaube ich an anderer Stelle (statt meiner) Wachstum, dann zeige ich Respekt und Wertschätzung gegenüber den Dingen, ob es nun um Ressourcen, andere Menschen, Tiere oder um unsere Mutter Erde geht.

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Das vergessene Wort der Woche: Demut

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Das vergessene Wort der Woche:  5. Demut

Demut hat viel mit Loslassen können zu tun.

Der Begriff Demut geht auf das althochdeutsche diomuoti = dienstmutig zurück. Darin sind die Wörter dienen und Mut enthalten. Die tiefere Bedeutung des Dienens kommt im litauischen Verb teketi = laufen, fließen, rinnen und im altindischen takti = eilt zum Ausdruck. Teketi und takti gehen auf dieselbe indogermanische Wurzel wie dienen zurück. Rinnen und fließen: Das sind Tätigkeiten des Wassers. Wasser beharrt nicht auf einer bestimmten Form. Ohne zu zögern fließt es in die Form, die seinem Dasein jeweils zukommt. Das Jeweils bezeichnet dabei stets die absolute Gegenwart. Wasser nimmt keine Form ein, um damit eigenwillig Zukunft zu bestimmen. Es gibt sich der jeweiligen Gegenwart hin; und erfüllt die Rolle, die es darin hat.

Demütig sein, bedeutet nicht, ein kriechender Wurm zu sein, der sich nicht wehrt und alles hinnimt. Es bedeutet im positiven Sinne zu dienen, einsatzfreudig zu sein und sich, wie das Wasser, der Gegenwart hinzugeben und vorwärts zu fliessen, und seine Kraft mit dem natürlichen Strom einzusetzen – nicht gegen ihn zu arbeiten.

Gaia – Mutter Erde – kann uns Demut lehren. Seelenvolle Demut ist Kraft und Ehrerbietung und Verständnis. Und Respekt. Diese Art von DEMUT fehlt vielen von uns.

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