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Varinias Blog

Das vergessene Wort: RESPEKT

Das vergessene Wort: Respekt

Das vergessee Wort Respekt

11. Respekt

Wenn ihr mich fragt, würde die Welt um Einiges besser funktionieren, wenn Menschen sich untereinander den gebührenden Respekt zollen würden. RESPEKT ist nämlich nicht nur dieses ehrfurchtsvoll hingehauchte Wort, das man sagt, wenn man staunend vor der Leistung eines anderen Menschen steht und bewundert, was man sich selbst niemals trauen oder zutrauen würde. Respekt ist etwas Einzigartiges, Wichtiges, daher gibt es auch keinen Plural dieses Wortes.(-;

Respekt ist Achtung oder Wertschätzung für den Anderen, ich muss nicht konkurrieren oder kämpfen wenn ich jemand anderen respektiere. Ich kann ihn so lassen wie er ist und nach ihm sehen, eventuell sogar zu ihm aufschauen.

Woher kommt nun das Wort Respekt? Es kommt aus dem Lateinischen, abgleitet von dem Verb „respectare“ und es bedeutet zurückblicken, -schauen, hinsehen, sich um sehen, berück-sicht-igen. Ein anderes ähnliches Verbum ist „respicere“ = Rücksicht nehmen.

Wenn ich dich also ansehe, mich umsehe, dann berücksichtige ich dich, ich schaue hin und nicht weg. Falls wir gemeinsam unterwegs sind, laufe ich vielleicht vor, bin schneller als du, bemerke es, schaue zurück – sehe dich, und bleibe stehen und warte. Warte, weil ich dich berücksichtige und sehe, dass wir nicht alle gleich sind oder nicht alle das gleiche können. Aber ich re-spektiere dich, und deshalb kann ich warten, ohne hetzen oder mich in den Vordergrund zu stellen. Auch das ist eine fast vergessene Seite des Respektes.

Respekt kann man nicht kaufen, den muss man sich verdienen“

Heute wird Respekt sprachlich mehr in Sinne von Achtung, Ehrfrucht, Wertschätzung eingesetzt. Eine Respektperson – ist jemand den man achtet, der etwas zu sagen hat, der ein Vorbild ist und dessen Wort etwas zählt.

Im Französischen gibt es noch heute: frz. réspect „Hochachtung, Ehrfurcht“.

Eine respektvolle Haltung schließt aber bedenkenloses und egoistisches Verhalten aus.

„Der Mensch muss die eigene Würde der Geschöpfe und ihrer Rhythmen respektieren; er darf nicht beliebig schalten und walten.“ (Katholischer Erwachsenen-Katechismus Bd. I (1985), S. 99)

K. Furcht schreibt dazu:

„Wir Menschen als soziale Wesen wollen wahrgenommen, respektiert und angenommen sein. Nur so fühlen wir uns sicher. Daher stellt Respekt eine Art Grundbedürfnis dar, welches allen Menschen eigen ist. Wo es an Respekt und Anerkennung mangelt, erscheint die Welt grau, kalt und leer und jeder scheint ein Leben für sich selbst zu führen, immer bedacht, besser zu sein als die anderen. In der heutigen Leistungsgesellschaft scheint in vielen Bereichen solch eine „Knappheit von Respekt“ (Sennett 2004, 15) zu herrschen, die dazu führt, dass Konflikte durch Gewalt ausgetragen werden, dass Menschen ihre Träume nicht verwirklichen können oder dass Kinder in der Schule versagen. Gerade hier, in diesem engen sozialen Gefüge, ist dieses Phänomen besonders zu spüren. „

„Eine Voraussetzung für den Frieden ist der Respekt vor dem Anderssein und vor der Vielfältigkeit des Lebens.“ Dalai Lama

Auch eine juristische Komponente finden wir im wichtigen Aspekt des RESPEKTES, den des RECHTES. Wenn wir Menschen respektieren, gestehen wir ihnen Rechte zu, so sind u.a. als Rechte sowohl elementare Rechte wie Menschenrechte, Freiheitsrechte bis hin zu Mitbestimmungsrechten eingefasst. Honneth (1992, 186) geht von einer Dreiteilung von Rechten aus. Respektiere ich nicht mein Gegenüber, gestehe ich ihm vielleicht auch kein RECHT zu. Der Schritt von Respektlosigkeit hin zu Diskriminierung und Gewalt in irgendeiner Form ist meiner Meinung nach eine Gradwanderung.

Wir tun gut daran, Respekt walten zu lassen.

 

Und was ist mit Respektlosigkeit? Wohin kann sie führen?

Ich will dies nicht zu weit ausführen, aber denkt man darüber nach, kommt man zu dem Schluß, dass Respektlosigkeit auch zu Misshandlung und Vergewaltigung führen können.

Auch die Anhänger jeder Religion hätten vermutlich nicht oder weniger getötet, wenn sie fähig gewesen wären, Respekt gegenüber Andersgläubigen zu empfinden.

Abschlußzitate

Respektiere deine Einzigartigkeit und höre auf, dich zu vergleichen. Entspanne dich in deinem Sein.“ Osho

„Respekt zu bezeugen ist heutzutage fast ebenso schwer, wie Respekt zu verdienen.“ Joseph Joubert

„Frei zu sein bedeutet nicht nur, seine eigenen Fesseln zu lösen, sondern ein Leben zu führen, das auch die Freiheit anderer respektiert und fördert.“ Nelson Mandela

In diesem Sinne – passt auf euch auf! Und auf alle anderen auch.

Eure Phyro

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Das vergessene Wort: Kinderstube

27.Woche – Das vergessene Wort

10. Kinderstube

Ich hoffe, wir alle hatten sie: eine gute Kinderstube! Wenn ich mich heute so umsehe, muss ich leider feststellen, viele Kids von heute haben, zumindest nach meiner Erziehung und meinen Benimmregeln, keine mehr. Wie auch, wenn deren Eltern weder die Tageszeiten kennen noch nennen möchten (sprich grüßen), Tür aufhalten ein No-Go, und alten Damen die Einkaufstasche hoch tragen eine veraltete Rarität geworden ist. Roller und Fahrräder schmeißt man natürlich mitten in den Hausflur oder besser noch: direkt vor die Haustüre. Dies soll heute kein Abhandlung über Erziehung und das weite Feld des Vorlebens und der Bildung für unsere jungen Sprösslinge sein. Aber ein wichtiger Hinweis, auf etwas das fehlt und das anscheinend ersatzlos gestrichen wurde.

Kinderstube, Das vergessene Wort

 

Kinder-STUBE? Wo kommt das Wort eigentlich her? Kinder = kleine, junge Menschen – Stube = Zimmer. Stube bezeichnet etymologisch einen warmen Wohnraum (das Wort ist verwandt mit engl. stove ‚Ofen‘). […] Insbesondere im Winter war die Stube oft das einzige beheizbare Zimmer und somit der Hauptaufenthaltsort der Bewohner und Familien. Je nach Umständen konnte die Stube ein eigenständiges Wohnzimmer, eine Wohnküche oder eine Küche sein. In einem traditionellen Bauernhaus diente sie neben der Repräsentation – hier wurden wertvolle Besitztümer, etwa Bücher, ausgestellt und man empfing hier Besucher – auch als Arbeitsraum. Weil es nur in der Stube warm war, wurden auch Kranke hier untergebracht und in besonders kalten Winternächten manchmal auch die Hühner. Althochdeutsch hieß es im 9.Jh.  „stuba“ und dies war ein ‘beheizbarer Raum‘

Stube bedeutet also: ein warmes Heim, ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit, etwas wo man Gesundheit, Wissen, leibliches Wohl und soziales Miteinander pflegt. Gibt es das heute noch in jeder Familie? Wo lernen unsere Kinder heute Manieren und Benehmen? Im Kindergarten? In der Schule? Zu Hause? Von ihren Eltern?

Unser Duden sagt zu Kinderstube:

„….im Elternhaus genossene Erziehung, die sich besonders in jemandes Benehmen und Umgangsformen erkennen lässt“

 

Keine gute Kinderstube haben, meint also ungehobelt oder unhöflich zu sein, ein schlechtes Benehmen zu haben bzw. die Umgangsformen lassen zu wünschen übrig.

„Wenn der Regen niederbraust, wenn der Sturm das Feld durchsaust, bleiben Mädchen oder Buben hübsch daheim in ihren Stuben.“

  • Die gute Kinderstube: die Bedingungen, unter denen jemand im Elternhaus erzogen wird, bzw. die guten Umgangsformen, die daraus resultieren

Die englische Wikipedia liefert noch einen interessanten Verweis: Es gab teilweise getrennte Schlaf- und Aufenthaltszimmer für Kinder, und im „Aufenthaltszimmer“ wurde tagsüber gespielt, gegessen und vermutlich auch gelernt/erzogen. Da dieses wohl beheizt war, wäre für die deutsche Sprache – falls es hier auch so war – die „Kinderstube“ als analoges Wort zu Stube für beheizten Aufenthaltsraum anzunehmen und die Gleichsetzung Kinderstube = Erziehung mithin nachvollziehbar, da dies nur in entsprechenden Kreisen anzunehmen ist.

In manchen Bundesländern und auch von vielen Groß- und Urgroßeltern kennt man vielleicht noch den einladenden Satz: herein in die gute Stube. Logisch – wenn ich mich in einen Raum bewege, in dem alle Haus- und Familienbewohner sich aufhalten, sich wärmen, sich unterhalten usw – was tue ich dann? Ich nehme Rücksicht, ich schaue vielleicht dass alle sich wohl fühlen können, ich „integriere“ mich in die Gemeinschaft und in diesem warmen heimeligen Raum. Ich polter nicht herein, schreie  nicht herum, dränge mich nicht in den Vordergrund und kicke womöglich noch den Opa vom Sofa, oder? Naja, hm…. Wenn ich es mir genau überlege, doch genau so erlebe ich es eigentlich oft….

„Es gibt drei Methoden, Kinder zu erziehen:
1. Durch Beispiel.
2. Durch Beispiel.
3. Durch Beispiel.“

Tztztz. *Kopfschüttel* – Wo haben die alle nur ihre gute Kinderstube?

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Das vergessene Wort: HERZENSBILDUNG

9. Herzensbildung (19./20.Woche 2015)

Die Bildung des Herzens, die „Herzensbildung“ ist vielleicht das Menschlichste an uns, das was uns menschlich sein lässt. Das Prinzip Hoffnung und das Verzeihen, beides unmöglich ohne Herzensbildung. Eine Ausbildung des Herzens geschieht während des Lebens, auch wenn sie manche vielleicht schon von der Wiege an im Herzen tragen. Zum ersten Mal – und noch viele Male danach-  hörte ich das Wort Herzensbildung von meiner Urgroßmutter: „Dieser Mensch hat keine #Herzensbildung!“, und ich hatte das Gefühl, ohne zu wissen was Herzensbildung bedeutet, dass die Seele dieses Menschen irgendwie verloren war und er ein ungeheurer Schuft sein musste.

„Herzensbildung – das ist ein Wort aus der deutschen Klassik. Friedrich Schiller sprach oft davon, Wilhelm von Humboldt bevorzugte den Ausdruck „Bildung des Gemüths“. Das Herz galt als Sitz von Gefühl und Gemüt, und noch heute benutzen wir Ausdrücke und Zeichen, die sich dieser Topographie verschreiben: Wer liebt, verschenkt Ringe oder Schokolade in Herzform; wer Liebeskummer hat, dem wurde das Herz gebrochen, und es schmerzt ihn am und im Herzen. Wer glücklich ist, dem weitet sich das Herz, und wer trauert, dem krampft es sich zusammen.“

Ästhetik, Kunst, Musik – manche Dinge fördern und fordern unser Herz schon in der Kindheit und bilden es aus – ohne dass Worte dazu nötig sind. Wenn einem Kind dies fehlt, oder vorenthalten wird – kann es dann seine Herzensbildung ausprägen? Ich persönlich vermute z.B. dass ein Wirtschaftsunternehmen sehr erfolgreich führen und Herzensbildung haben sich gegenseitig ausschließen. Und Menschen mit viel Herzensbildung – wie sind sie groß geworden? Nachgefragt hört man immer wieder: sie haben Märchen vorgelesen bekommen, sie haben gemalt und gebastelt, sie haben viel Musik hören können, sie haben mehr akustische als visuelle Eindrücke verarbeiten dürfen. Sie haben selbst  früh Entscheidungen treffen und ausbaden müssen. Sie haben Leid durchlebt und sind daran gewachsen. Sie haben frühzeitig anderen Wesen helfen und unterstützen können. Das Herz wurde ausgebildet….Stück um Stück.

Herzensbildung Bild

Was ist “Herzensbildung”?

Bei unserer “Herzensbildung” geht es um Persönlichkeitsentwicklung, und zwar im Hinblick auf mitmenschliche Qualitäten. Herzensbildung heißt Einfühlungsvermögen, sich selber gut zu kennen, andere zu respektieren, mitleiden zu können. Ein soziales Wesen zu werden. Sie ist die unverzichtbare Ergänzung zur reinen Wissensvermittlung!

Der Duden definiert sie uns als: „…durch Erziehung erworbener Besitz einer reichen und differenzierten Gefühls- und Empfindungsfähigkeit“.

Ob das „durch Erziehung“ allein so ausschlaggebend ist, ist fraglich, aber es kann umgemein helfen. Fehlt die gütige Erziehung und entsprechende LERN-Umgebung im positiven Sinne – fehlt dann nicht auch die Herzensbildung?

 

Herzensbildung ist nicht über den üblichen Bildungsweg zu erreichen, sondern sie macht vielmehr einen guten Menschen aus, niedrige Beweggründe sind ihm fremd, sein Geist ist rein und frei von Vorurteilen. Tiefes Mitgefühl für Mensch und Tier macht diesen Menschen aus. Ein eher vergeistigter Mensch. Ein gutes Herz haben….

Alles Böse liegt dir fern,
dein gutes Herz verzeiht so gern„.

Jemand sagt mal: „Herzensbildung ist in unser heutigen, oft kaltherzigen und ich-bezogenen Zeit eine „Perle“ unter den vielen angebotenen Bildungswegen = eine Ausbildung der Gefühle und des Verständnisses für die Gefühle anderer.
Einfühlungsvermögen. Mitgefühl. Toleranz. Umgangsformen und – Umgangston. Liebe – zu allem, was lebt!“

Und zum Schluß, dass klassische Zitat dazu:
„Man sieht nur mit dem Herzen gut“ (Antoine de Saint-Exupéry, aus „Der kleine Prinz“.

 

herzensbildung1

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Das vergessene Wort: EMPÖRUNG

8. Empörung (14./15.Woche 2015)

Empörung ist nicht halb so altmodisch wie es klingt, aber  möglicherweise doppelt so wichtig, wie man hinlänglich meint. (-; Wir sind viel zu selten „empört“, vor allem nicht da, wo es angebracht wäre. Empören leitet sich von einem mittelhochdeutschen Wort ab: „enboeren“ heißt der Ahnenstamm des Wortes. Es bedeutete schon damals soviel wie „(sich) erheben“ oder  „sich gegen etwas auflehnen“.

Übrigens ist es der mittelalterliche Begriff eng verwandt mit dem Wort „bor“ aus derselben Zeit, welches übersetzt „Trotz“ heißt. Beide Worte gehören zur Familie derer, die sich aus der indogermanischen Wurzel „bher“ entwickelt haben.

Empörung ist im ursprünglichen Sinne also nicht nur ein emotionaler Ausdruck des sich Entrüstens. Empören ist viel, viel stärker. Empört sein heisst, etwas verändern zu wollen. Empört sein heisst, etwas nimmt mich emotional  mit, so dass ich bereit und gewillt bin mich für oder gegen etwas einzusetzen. Auch im Duden finden wir als 2. Bedeutung: „ Aufstand, Rebellion, Meuterei“.

 

vergessenes_wort_empoerung

Wenn wir empört sind, hat also etwas eine Grenze überschritten, hat uns etwas erzürnt und bringt uns etwas auf die Barrikaden. Empört sein bedeutet nicht, pikiert in der Ecke zu stehen oder sich im Hausflur klamm heimlich mit der Nachbarin über den  nicht geputzen Flur aufzuregen. Empörung heißt, ich bin schon einen Schritt weiter. Empört sein zu können heisst, ich habe Werte und bin emotional noch nicht so abgestumpft, dass mir Zuwiderhandlung egal ist, sondern ich kann Grenzüberschreitungen erkennen, und bin bereit dagegen zu rebellieren. Ich habe genügend gesunde Wut im Bauch, um tätig zu werden, um zu meutern und nicht stumpf Befehlen zu gehorchen. Es bedeutet, ich kann laut „Nein“ sagen wenn es nötig ist und ich erkenne Autoritäten nur bis zu einem gewissen Grad an.

All dies fehlt uns heute allzu oft. Wir zürnen, wir regen uns auf, wir erkennen vielleicht sogar den Zeitpunkt, wo es an der Zeit wäre sich zu empören und endlich einen Aufstand anzuzetteln oder sich zu widersetzen. Aber tun wir es? Nein, wir geben viel zu oft die Verantwortung ab, regeln unsere aufkochende Wut herunter, besänftigen oder lassen uns besänftigen und gehen wieder zur Tagesordnung über. Aber wenn ich ernsthaft empört bin, kann ich das dann überhaupt?

Empörung kommt auch von „Empor“, denn es ist das Aufrichten unter Druck, es erhebt sich dein Geist, der sich nichts mehr eintrichtern lassen will, „empor“ – in die Höhe schnellt dein Gerechtigkeitssinn und dein Bauchgefühl, das weiß, bei manchen Dingen, darf man nicht mehr wegsehen, Dein Blutdruck steigt empor…. Die Empörung ist also der erste Schritt, um endlich einen Schlussstrich zu ziehen und zu handeln.

 

Ich wünsche mir, eine Menge Menschen, die sich wieder empören können und wollen (-;

 

 

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Das vergessene Wort Anstand

7. Anstand

Das vergessene Wort

Anstand oder Anständigkeit kommt von „anstehen, zaudern, zögern, innehalten“ (wer mit der Jagd vertraut ist, wird diesen Begriff auch kennen). Anstand oder Anständigkeit bedingt immer ein Gegenüber. Es ist eine Grundbedingung des Miteinanderlebens und Miteinanderumgehens. Wenn uns jemand sagt „wahre den Anstand“ bedeutet das „verletzte niemanden“. Es ist eine Aufforderung, den anderen  rücksichtsvoll, korrekt und mit Takt zu behandeln.

Vielfach höre ich, Anstand sei ja antiquiert und nicht mehr zeitgemäß. Hmmm. Ich fürchte, das ist leider wirklich so. Auch die 10 Gebote sind mehr oder weniger „Anstandregeln“. Ein Gefühl von Anständigkeit setzt voraus, dass ich über meinen eigenen Tellerand und mein eigenes Fühlen hinausblicke, dass ich empathisch bin und darauf achte, wie geht es dem anderen, was ist angemessen zu tun oder zu lassen. Jemanden anständig zu behandeln, setzt voraus, dass ich vorher innehalte und zaudere und mir die Zeit nehme, einzuschätzen was denn überhaupt anständig ist, dass ich vielleicht grundsätzlich überlege, ob es Werte gibt, die wichtig sind, nach denen ich mich zu richten bereit bin. Feingefühl und „gute Kinderstube“ haben sicher viel damit zu tun, ob ich mich mit Anstand benehme.

„Der Mensch darf niemals aufhören, Mensch zu sein. In aller Tätigkeit darfst du nie unpersönliche Energie, Ausführungsorgan irgend einer Sache, Beauftragter der Gesellschaft sein, sondern du mußt dich in allem mit deiner persönlichen Sittlichkeit auseinandersetzen, so unbequem, so verwirrend es für dich ist, und versuchen, in allem, was du tun mußt, nach der Menschlichkeit zu verfahren und die Verantwortung für das Los, das du einem andern Menschen bereitest, zu tragen.“

Das vergessene Wort

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Das vergessene Wort: Mäßigung

Mäßigung

Das vergessene Wort: Mäßigung

Das Wort Mäßigung (lat. Temperantia) ist in unserer heutigen Zeit nicht nur vergessen sondern geradezu unbeliebt. Hat es doch etwas mit Selbstbeherrschung und Maß halten zu tun. Muss es immer die sofortige und totale Befriedigung eines Bedürfnisses sein? Müssen wir immer zu alles und möglichst schnell haben, am besten in unbegrenzter Menge?  Brauchen wir stetes Wachstum und Wohlstand in monoton steigender Kurve,  wie es uns die Politik vermitteln will? Nein, brauchen wir nicht. Es kann und darf nicht immer nur alles im Überfluß geben, und wer das Leben achtet und verstanden hat, der weiß auch, dass es in Amplituden verläuft, dass einem Sommer ein Winter folgen wird – immerzu Frühling ist Kappes.

Wie schon Hildegard von Bingen sagte: Mäßigung ist die Mutter aller Tugenden. Die Mäßigung liegt zwischen Begierde und Vernunft und Einsicht. Sie ist eine Kostbarkeit im menschlichen Miteinander und in Hinsicht auf unseren Planeten. Wenn ich gewillt bin, mich zu mäßigen, mich zurückzunehmen, dann erlaube ich an anderer Stelle (statt meiner) Wachstum, dann zeige ich Respekt und Wertschätzung gegenüber den Dingen, ob es nun um Ressourcen, andere Menschen, Tiere oder um unsere Mutter Erde geht.

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Das vergessene Wort der Woche: Demut

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Das vergessene Wort der Woche:  5. Demut

Demut hat viel mit Loslassen können zu tun.

Der Begriff Demut geht auf das althochdeutsche diomuoti = dienstmutig zurück. Darin sind die Wörter dienen und Mut enthalten. Die tiefere Bedeutung des Dienens kommt im litauischen Verb teketi = laufen, fließen, rinnen und im altindischen takti = eilt zum Ausdruck. Teketi und takti gehen auf dieselbe indogermanische Wurzel wie dienen zurück. Rinnen und fließen: Das sind Tätigkeiten des Wassers. Wasser beharrt nicht auf einer bestimmten Form. Ohne zu zögern fließt es in die Form, die seinem Dasein jeweils zukommt. Das Jeweils bezeichnet dabei stets die absolute Gegenwart. Wasser nimmt keine Form ein, um damit eigenwillig Zukunft zu bestimmen. Es gibt sich der jeweiligen Gegenwart hin; und erfüllt die Rolle, die es darin hat.

Demütig sein, bedeutet nicht, ein kriechender Wurm zu sein, der sich nicht wehrt und alles hinnimt. Es bedeutet im positiven Sinne zu dienen, einsatzfreudig zu sein und sich, wie das Wasser, der Gegenwart hinzugeben und vorwärts zu fliessen, und seine Kraft mit dem natürlichen Strom einzusetzen – nicht gegen ihn zu arbeiten.

Gaia – Mutter Erde – kann uns Demut lehren. Seelenvolle Demut ist Kraft und Ehrerbietung und Verständnis. Und Respekt. Diese Art von DEMUT fehlt vielen von uns.

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Das vergessene Wort der Woche: Aufrichtigkeit

Aufrichtigkeit in Wort und Tat

„Aufrichtigkeit“ ist eine psychologische Eigenschaft und eine Tugend. Aufrichtig ist jener, der Denken, Sprechen und Handlung in Übereinstimmung bringt, wie es die alten Griechen von den Philosophen forderten, die durch ihr Verhalten und ihren Lebensstil Vorbild für ihre Lehren sein sollten. Etymologisch ist ein Philosoph der Liebende oder Suchende der Wahrheit und die Aufrichtigkeit ist die Liebe zur Wahrheit und die Achtung vor dieser.

Wer aufrecht ist, steht zu seinen Überzeugungen und verbiegt sich nicht, ist senkrecht wie eine Säule zwischen Himmel und Erde. Dies zeigt sich auch in der Körperhaltung und im freien und offenen Blick, der seinem Gegenüber nicht ausweicht.

Viele haben von Aufrichtigkeit oder Ehrlichkeit ein sehr genaues Bild im Kopf. Dieses bezieht sich in der Regel auf eine einfache, konkrete Regel: Nicht zu Lügen! Das stimmt natürlich und es ist ein wichtiger Aspekt die Wahrheit zu sprechen. Allerdings gibt es noch einen zweiten Teil – die Ehrlichkeit im eigenen Verhalten.

Hierbei geht es darum, den Gegenüber durch das eigene Handeln nicht zu manipulieren oder zu täuschen. Wer sich also unehrlich verhält, versucht entweder dem anderen durch sein Verhalten zu schaden oder einen eigenen Vorteil daraus zu ziehen.

Heuchelei ist das Gegenteil von Aufrichtigkeit.

Lügen und Verrat sind dem Aufrechten verhaßt. Auf ihn kannst du dich verlassen, er ist ehrlich und handelt ohne List, ohne Falschheit und ohne versteckte Nebengedanken. Wer aufrecht ist, ist unbeugsam und unkäuflich.

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Aufrichtig – Also, nicht nur etwas vorgeben, nicht halbherzig, sondern aufrichtig etwas tun. Aufrichtig sein heißt auch: aufgerichtet sein, gerade zu stehen, das bedeutet auch, würdevoll sein. Wenn du dich nach bestem Wissen und Gewissen bemühst, brauchst du dich nicht klein zu machen. Wenn du nichts zu verheimlichen hast, brauchst du dich auch nicht klein zu machen. Du kannst aufrichtig sein.

Wahrhaftig ist – so Aristoteles – wer die Wahrheit liebt und das Lügen ablehnt. Und weiter: wer das Über- und Untertreiben, das Hinzudichten und Verschweigen unterlässt. Er steht in der Mitte zwischen den Lastern der Prahlerei und Tiefstapelei, zwischen falschem Ruhm und falscher Bescheidenheit.

Aufrichtigkeit – ich wünsche sie uns allen!

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Die Montagsdemo

Die Montagsdemo

Da stehen sie

und stehen für FRIEDEN

und bemerken nicht

wie sie sich belügen

Zum Schein, scheint es mir

stehen viele hier.

Demos und reden –

Käffchen und nen Händchen geben

 

Reden von der Welt

Und dass es so nicht mehr geht

Dass unsere Menschheit fast am Ende steht

Und von Liebe und Verzeihen

Höre ich sie sprechen

„Wir sind alle eins“

Singen sie und berechnen

 

im gleichen Atemzug

das geben und nehmen

Und propagieren Toleranz

wollen Selbstakzeptanz

Doch drehen sich um

und lästern auf Facebook

Ihren Synthesekautschuk

Und beschimpfen mit bösen Worten

den, den sich nicht verstehen

mit verbalen Sahnetorten

 

Sie halten jeden Montag

ihr Schild in die Welt

in der Hoffnung, dass der Kronleuchter fällt

bei den andren – nicht bei sich selbst

denn das Leben ist stets, was du dir wählst

und trennen sich auf und spalten und schieben

aber verlangen von ihrem Nächsten das Lieben

 

 

„Liebe die Menschen“, höre ich laut

Bevor eine Dame mir eine runterhaut

Und sei tolerant, wie er danach giert

Und eine Woche später seinen Kumpel denunziert

„Lügenpresse“ wird da gerufen

Ohne Blick auf Verlust

Und ohne Recherche glauben Sie

Jegliche Lüge und Hysterie

Wenn der Nasenfaktor stimmt,

sind sie unreflektiv wie ein kleines Kind

 

Da verkommt das „WIR „

zu einer gespaltenen Truppe

die sich distanziert und nicht

mehr für „wir sind eins“ steht

ihre eigenen Wege geht,

und mit heftigem Tritt

zurück auf das Gemeinsame blickt

 

Da kann man vorkauen

Wieder und wieder

Es helfen doch nur die gemeinsamen Lieder.

Aber für EIN Ziel, sich selbst mal beschämen

sich zurücknehmen

und lieber gegen Rüstungsunternehmen

die Kraft investieren

das scheint zuviel, leuchtet nicht ein

man will ein Wolf im Friedenspelz sein.

 

Und sagt nur einer ein Wort

dass wem nicht gefällt

schon ist es Schiete

mit der Friedenswelt.

Da wird gemunkelt

gehetzt und geflachst

Worte verdreht im ganzen Satz

Und fragt man nach „Du, was ist los?“

Kommt: „Alles in Ordnung, was hast du bloß?“

Aber schon bald, breitet Schweigen sich aus

Weg ist sie – die Friedensfilzlaus.

 

Wer erklärt mir, was so was soll?

Suche Anleitung für das Kommunikationsprotokoll

Für den Frieden und gegen den Krieg

Alle gemeinsam für den Atomausstieg

Aber zeigst du vom Donbass die Toten mit Blut

Peitschen sie dich mit verbaler Wut

Denn sie wollen nicht sehen,

was schrecklich nicht schön

Lieber auf ein Käffchen zur Montagsdemo gehen.

Bei dieser Heuchelei platzt mir der Kragen

Wir werden nur was bewegen, wenn wir was wagen!

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Das vergessene Wort Tapferkeit

Das vergessene Wort Tapferkeit

DAS VERGESSENE WORT Tapferkeit  für die 5.+6. Woche 2015:

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Das vergessebe Wort Tapferkeit , so erklären es uns die alten griechischen Philosophen Platon und Aristoteles, ist die Fähigkeit, als Einzelner oder als Gruppe einer schwierigen Situation entgegenzutreten, mit der Überzeugung, für etwas Übergeordnetes zu kämpfen. Tapferkeit äußert sich als Zivilcourage, das heißt im konsequenten, aufrechten und aktiven Vertreten einer ethisch als richtig erkannten Überzeugung, auch wenn man dafür soziale oder wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen muss.

das vergessene wort tapferkeit

Bedeutung: Furchtlosigkeit, Mutig sein
Kühnheit, Mut, Courage, Beherztheit, Herzhaftigkeit, Unerschrockenheit, Unverzagtheit, Heldentum, Zivilcourage haben.

Bitte TEILEN und wer kann: tapfer sein (-;
Und wie immer: gern drunter schreiben, wann ihr wo tapfer wart. (-:

 

 

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Das vergessene Wort Redlichkeit

Das vergessene Wort Redlichkeit

Das Vergessene Wort – 4. Woche 2015

*** ~~~ REDLICHKEIT ~~~ ***

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„Redlich ist einer, der über alles, was er tut, mit gutem Gewissen Rede stehen, von allem Rechenschaft ablegen kann.“ Eine redliche Person bezeichnet einen Menschen, der seine Pflichten und Aufgaben zuverlässig und unter allen Umständen treu erfüllt. Jemanden, der ehrlich und korrekt handelt, dem du vertrauen kannst.

Wer sich an die Prinzipien der Ethik hält, ehrlich ist, sich an Recht und Gesetz hält, zuverlässig ist, der besitzt Redlichkeit.

das vergessene wort redlichkeit

(Quelle: https://dwds.de/wb/Redlichkeit)

Synonyme für Redlichkeit:

redlich,  ‘ehrlich, zuverlässig’, Adv. ‘sehr, tüchtig’, ‘rednerisch, gut gesprochen, wohlgeordnet, vernünftig, vernunftgemäß’, mhd. red(e)lich, beredt, vernünftig, verständig, rechtschaffen, brauchbar, tapfer, wichtig, geziemend’, ‘pflichtbewußt’ (16. Jh.); im Sinne von: so, wie man es verantworten kann.

 

Bitte teilen und weitersagen. (-:

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